

28.08.2025
Barrierefreiheit im Sport & Tourismus
Der Sporttourismus boomt – doch längst nicht alle Menschen können gleichermassen daran teilnehmen. Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Inklusion, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Tourismus. Im heutigen Inside-Artikel geben ESB Partner Einblicke in die vielfältigen Herausforderungen und Potenziale, die mit der Schaffung barrierefreier Angebote im Sport- und Reisebereich verbunden sind.
Anna-Lena-Forster
Inklusion im Sport-Tourismus wird künftig Pflicht sein müssen
Als paralympische Leistungssportlerin erlebe ich, dass viel über Inklusion gesprochen wird - aber in der Praxis oft noch zu wenig passiert. Öffentlichkeit, Verbände und Sponsoren fordern zwar barrierefreie Sportstätten, gemeinsame Wettkampfformate und gleiche Trainingschancen, doch zwischen Anspruch und Realität liegt oft ein weiter Weg.
Gerade im Sport-Tourismus wird Inklusion künftig Pflicht sein müssen: barrierefreie Hotels, angepasste Sportgeräte, Assistenzangebote und Events, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich gemeinsam starten und somit die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfahren. Erste Ansätze gibt es, etwa bei internationalen Wettkämpfen mit abgestimmter Infrastruktur und Transport.
Doch oft bleibt es bei einzelnen Projekten statt bei durchdachten Gesamtkonzepten. Inklusion ist kein Bonus, sondern ein Qualitätsmerkmal, von dem alle profitieren - auch Familien, SeniorInnen oder Menschen mit temporären Einschränkungen. Wer Inklusion ernsthaft umsetzt, macht Sportreisen wirklich für alle erlebbar. Genau da müssen wir hin - und zwar schneller als bisher.
Anna-Lena Forster, vierfache Paralympische Goldmedaillen-Gewinnerin im Alpinski

Querfeldeinsport
Alleinstellungsmerkmal durch Positionierung als barrierefreie Sportregion
Barrierefreiheit im Sport-Tourismus entwickelt sich rasant von einer lobenswerten Initiative zu einem zentralen Qualitätsmerkmal. Für Destinationen, Veranstalter, Unternehmen und Sponsoren ist das Thema längst mehr als eine soziale Verantwortung. Es wird zum relevanten Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Wer eine behindertengerechte Infrastruktur anbietet, ermöglicht es den Angehörigen, Sport mit ihren behinderten Familienmitgliedern gemeinsam zu erleben. Das wirtschaftliche Potenzial steigt dadurch enorm. Durch die Positionierung als barrierefreie Sportregion entsteht ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Die Akteure erkennen die strategische Chance, die Inklusion bietet. Wer heute in barrierefreie Erlebnisse, zugängliche Kommunikation und inklusive Infrastruktur investiert, positioniert sich nicht nur zukunftsfähig. Er zeigt auch klare Haltung und übernimmt Verantwortung für eine Gesellschaft, in der Teilhabe kein Privileg sein darf.

Querfeldeinsport 2
Barrierefreiheit im Sport-Tourismus schafft Anknüpfungspunkte für authentisches Storytelling, stärkt die Glaubwürdigkeit von Marken und ermöglicht neue Partnerschaften. Sie öffnet den Zugang zu Zielgruppen, die bisher oft unzureichend adressiert wurden und schafft Erlebnisse, die Vielfalt aktiv sichtbar machen. Entscheidend ist, dass die Barrierefreiheit nicht als Label „Inklusions-Washing“ genutzt, sondern dass die Barrierefreiheit tatsächlich gelebt wird. Inklusion darf nicht bei Einzelmaßnahmen bleiben, sondern muss als ganzheitliche Philosophie strategisch gedacht, professionell umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Wer Inklusion mit Qualität verbindet, setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft – deutlich sichtbar beim FIS Para Ski Weltcup am Feldberg im Januar dieses Jahres.
Alexander Wütz, Inhaber Querfeldeinsport, Manager Anna-Lena Forster
Komoot
Barrierefreiheit wird das «neue Normal» im Outdoor-Tourismus
Für komoot ist Inklusion kein Zusatz, sondern Teil des Wertesystems. Unsere Plattform mit weltweit 45 Millionen Nutzer und Nutzerinnen zeigt, wie wichtig präzise Informationen für die Planung von Outdoor-Erlebnissen sind. Immer mehr Gäste erwarten verlässliche Angaben zu Wegbeschaffenheit, Steigungen oder barrierefreien Einrichtungen. Wir können detaillierte Informationen zu Wegtypen und Oberflächen wie Asphalt oder Kies geben. Diese Informationen sind nicht nur für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen entscheidend, sondern erleichtern auch Familien oder älteren Menschen die Wahl der passenden Tour.
Für Destinationen bedeutet das: Barrierefreiheit entwickelt sich vom freiwilligen Service zu einem klaren Qualitätsmerkmal. Regionen, die frühzeitig transparente und digitale Informationen anbieten, gewinnen an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Wir arbeiten dafür eng mit Tourismusregionen zusammen, um verifizierte, barrierefreie Routen zu kuratieren und deren Infrastruktur sichtbar zu machen. Zudem suchen wir den direkten Austausch mit Expertinnen, Verbänden und Betroffenen, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Auf Basis unserer Daten und Community-Beiträge treiben wir technologische Innovation voran und schaffen so präzisere Informationen zur Zugänglichkeit. Barrierefreiheit wird zum «neuen Normal» und damit zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunft des Sport- und Outdoortourismus.
Timmy Hoppe, Senior Partnership Manager, komoot

Innsbruck Tourismus
Region Innsbruck erLEBENSWERT - Für einen Tourismus, der niemanden ausschliesst
Reisen verbindet – es schafft Begegnungen, baut Brücken und hilft, Grenzen zu überwinden, auch jene in unseren Köpfen. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass viele Menschen, gerade auch im Urlaub, noch immer auf sichtbare und unsichtbare Barrieren stoßen. Mit unserer Strategie „Region Innsbruck erLEBENSWERT“ setzen wir ein klares Zeichen: Für einen Tourismus, der niemanden ausschließt. Und für Orte, die allen Menschen unvergessliche Erlebnisse ermöglichen. Wir wissen, dass wir auf diesem Weg noch am Anfang stehen, aber wir gehen ihn mit Überzeugung und Engagement. So entwickeln wir in Kooperation mit der Region Seefeld gerade einen Leitfaden sowie Workshops, um GastgeberInnen dabei zu unterstützen, ihre Angebote inklusiver zu gestalten. In unserer Erlebnisregion südliches Mittelgebirge entstehen rolli-taugliche Wanderwege und mit den Deaflympics 2027 kehrt das weltweit bedeutendste Wintersport-Event für gehörlose Athlet:innen an seinen historischen Ursprung zurück – im Januar 2027 werden Innsbruck und Seefeld nicht nur zur Bühne für sportliche Höchstleistungen, sondern auch für gelebte Inklusion und internationale Begegnungen.
Barbara Plattner, CEO, Innsbruck Tourismus

Special Olympics
Der Zugang zu Veranstaltungen muss eine Selbstverständlichkeit sein
Die Schweiz ist seit 2014 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) verpflichtet. Ein zentraler Punkt der BRK ist Teilhabe an der Gesellschaft und damit verbunden der Zugang zu dieser. Für Veranstaltungen jeder Art bedeutet das, dass sich Menschen mit Beeinträchtigungen nicht überlegen müssen, ob ihnen der Zugang möglich ist oder nicht. Er muss eine Selbstverständlichkeit sein! Für die verschiedenen Zielgruppen müssen Hilfsmittel bereitstehen, dass ein Besuch möglich ist. Dies erfordert den Einbezug von Fachorganisationen. Die Bedürfnisse einer Rollstuhlfahrerin, einer blinden Person, einem Menschen mit Hörverlust oder kognitiver Beeinträchtigung könnten unterschiedlicher nicht sein. Ja, es ist ein Mehraufwand, der sich aber finanzieren lässt, wenn man von Anfang an daran denkt und sich mit den richtigen Stellen in Verbindung setzt. Das Wichtigste ist also, dass man sich bewusst ist, dass es Menschen mit Behinderungen gibt und sie Teil unserer Gesellschaft sind.
Bruno Barth, National Director, Special Olympics Switzerland

Oberösterreich Tourismus
Inklusions-Turniere als Tourismusmagnet
Spitzenathleten und Vorbilder wie der zweifache Paralympics-Goldmedaillengewinner Walter Ablinger (Handbike) oder der zweifache Silbermedaillengewinner Florian Brungraber (Paratriathlon) sind ein Beispiel für die positive Entwicklung des Behindertensports in Oberösterreich. Neben der Unterstützung der Athlet:innen, denen unter anderem das Olympiazentrum OÖ als Trainingsstätte zur Verfügung steht, zeigen auch die barrierefreie Ausgestaltung neuer Sportstätten und die Integration des Behindertensports bei großen Veranstaltungen, wie Vielfalt und Teilhabe im Sport gelingen können. Sei es beim Upper Austria Ladies Linz-Tennisturnier mit regelmäßigen Exhibitions und dem 2024 erstmals ausgetragenen Rollstuhl-Tennis-Wettbewerb „Wheelchair Nations Cup“ zwischen Österreich und Deutschland oder beim „Oberbank Linz Donau Marathon“ mit seiner Handbike-Kategorie – Menschen mit Behinderung erhalten hier eine große Bühne und wertvolle Wettkampfmöglichkeiten. Ein Fixpunkt im heimischen Sportkalender ist auch das internationale Para-Dressur-Turnier im Pferdezentrum Stadl-Paura. Mitveranstalter ist der mehrfache Paralympics-Teilnehmer Thomas Haller. An diesem Inklusions-Turnier nehmen mehr als 250 Reiterinnen und Reiter teil. Diese Initiativen, die sich auch in Hinblick auf Nächtigungszahlen positiv auswirken, spiegeln unser Engagement wider, Sport für alle zugänglich zu machen und Vielfalt zu fördern. Denn Inklusion macht Sport wie Tourismus nicht nur gerechter, sondern auch reicher und lebendiger.
Christoph Glasner, Leitung Märkte, Marketing & Kommunikation, Oberösterreich Tourismus

Windwerk
Inklusion wird ein Standardmerkmal erfolgreicher Freizeitangebote sein
Inklusion ist bei Windwerk kein Zusatzangebot – sie ist Teil unserer Identität. Indoor Skydiving wirkt auf den ersten Blick nicht barrierefrei. Doch genau darin liegt unsere Motivation: Wir wollen zeigen, dass (fast) jede:r fliegen kann. Deshalb haben wir gezielt Prozesse, Infrastrukturen und Eventformate geschaffen, um Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen ein sicheres und begeisterndes Erlebnis zu ermöglichen. Unser Charity-Programm in Zusammenarbeit mit Challenge Camps ist ein Beispiel dafür: www.windwerk.ch/de/erlebnis/inklusion
Wir erleben, dass die Nachfrage steigt – nicht nur seitens Betroffener, sondern auch von Partner:innen, die bewusst auf inklusive Angebote achten. Ich bin überzeugt: Inklusion wird in Zukunft ein Standardmerkmal erfolgreicher Freizeitangebote sein. Barrierefreiheit wird nicht nur räumlich, sondern vor allem mental zur Pflicht. Unsere Berührungspunkte reichen dabei von individueller Betreuung über angepasste Kommunikation bis hin zur Sensibilisierung unseres Teams. Unser Ziel bleibt: Fliegen für alle möglich machen – und zwar mit Respekt, Mut und echter Offenheit.
Tobias Oertle, CEO, Windwerk

Arosa Tourismus
Inklusion erleben – Angebote mit Weitblick in Arosa
Arosa hat Inklusion als zentralen Bestandteil seiner nachhaltigen Entwicklung definiert. Bereits heute stehen zahlreiche barrierefreie Angebote zur Verfügung: Bergbahnen mit behindertengerechten Liften, geländegängige Elektro-Rollstühle für Wanderwege, ein barrierefreier Ortsbus, eine Skischule für Menschen mit Sehbehinderung sowie inklusive Erlebnisse im Bärenland und auf dem Eichhörnliweg mit der Navigations-App MyWay Pro. Auch das Tretboot „Pedro“ auf dem Obersee und die Bereitstellung von Zugänglichkeitsinformationen über die ginto-App sind Teil der Angebotspalette.
Von Öffentlichkeit, Sportverbänden und Sponsoren wird zunehmend gefordert, dass Inklusion nicht nur als Zusatz, sondern als Standard verstanden wird. Die Bereitstellung transparenter Zugänglichkeitsinformationen ist dabei eine Mindestanforderung, um selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen.
In Zukunft wird Inklusion durch gesetzliche Vorgaben, gesellschaftlichen Wandel und technologische Innovationen weiter an Bedeutung gewinnen. Arosa sieht sich als aktiver Gestalter dieser Entwicklung – mit klaren Berührungspunkten in Infrastruktur, Kommunikation und Angebotsentwicklung.
Claudio Föhn, Leiter Nachhaltigkeit Arosa 2030 & Gästeinformation, Destinationsstrategie Arosa 2030

PROFS
Integration lebendig leben und umsetzen
Das Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung im Zusammenhang mit Inklusion ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Von Seiten der Verbände, Förderstellen und Sponsoren wird richtigerweise zunehmend verlangt, dass Veranstaltungen klare Konzepte zur Umsetzung von Inklusion vorweisen können. Diese Konzepte machen Sport-Tourismus zu einem verbindenden Erlebnis und sind wirtschaftlich sinnvoll, weil sie Zielgruppen erschließen und Gäste langfristig binden.
In den Hallen der win2day ICE Hockey League wurde bereits sehr früh ein barrierefreies Umfeld geschaffen - durch barrierefreie Parkplätze, Rampen, barrierefreie Eingänge und vieles mehr.
Wir haben auch in anderen Projekten Inklusionskonzepte umgesetzt, so wurde im Rahmen der von PROFS veranstalteten Traunsee Woche der EUROSAF Inclusive Sailing Cup ausgetragen. Der Event stand unter der Vision 'Integration lebendig zu leben und umzusetzen', es war ein voller Erfolg.
Christian Feichtinger, PROFS-Geschäftsführer und Managing Director der win2day ICE Hockey League

Tirol Werbung
Regionale und nationale Entwicklung inklusiver Angebote
Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet dazu, Menschen mit Behinderung uneingeschränkten Zugang zum gesellschaftlichen Leben und damit auch zur touristischen Infrastruktur zu ermöglichen. In Tirol ist dieses Bewusstsein bereits verankert: Viele Bergbahnen und öffentliche Bäder sind für mobilitätseingeschränkte Menschen barrierefrei zugänglich, und auch bei Wanderwegen werden barrierearme Alternativen zunehmend mitgedacht. Als Tirol Werbung sehen wir es als unsere Aufgabe, nicht nur über bestehende Angebote zu informieren – etwa unter tirol.at/reiseservice/barrierefrei –, sondern auch bei der Entwicklung inklusiver Angebote mitzuwirken. Dazu setzen wir auf die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteur:innen. Regional gelingt das schon sehr gut – auch auf nationaler Ebene erleben wir den Informationsaustausch als wertvolle Basis, auf die künftig noch stärker aufgebaut werden kann. Ein inklusiver Tourismus gelingt, wenn Menschen mit Behinderung frühzeitig eingebunden, Fachorganisationen einbezogen, Mitarbeitende geschult und gesetzte Maßnahmen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Inklusion muss in ihrer Vielfalt und entlang der gesamten Servicekette mitgedacht werden – von der Anreise über den Aufenthalt bis zur Freizeitgestaltung und im Bewusstsein, dass Barrieren sehr unterschiedlich sein können. Angesichts des demografischen Wandels wird Barrierefreiheit zur gesamtgesellschaftlichen Notwendigkeit. Sie ist nicht nur ein Zeichen von Fairness, sondern stärkt auch die soziale Nachhaltigkeit im Tourismus. Denn: Barrierefreiheit ist für 10 % unentbehrlich, für 40 % notwendig – und für 100 % der Bevölkerung komfortabel.
Nicole Ortler, Leiterin des Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit, Tirol Werbung

Absolut Sport
Bei Sport- und Veranstaltungsstätten besteht noch Entwicklungsbedarf
Auch im Sportevent-Tourismus gewinnt das Thema Inklusion zunehmend an Bedeutung. Wir als Reiseveranstalter verzeichnen eine steigende Anzahl an Anfragen hinsichtlich barrierefreier Reisen. Der Trend unterstreicht die Notwendigkeit, dass Veranstalter, Vereine und Verbände verstärkt gefordert sind, bestehende Herausforderungen anzugehen und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen – unabhängig von körperlichen oder sensorischen Einschränkungen – zu ermöglichen.

Absolut Sport 2
Während zahlreiche Hotels mittlerweile über angemessene infrastrukturelle Kapazitäten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen verfügen, besteht bei Sport- und Veranstaltungsstätten und bei Ausrichtern und Vereinen vielfach noch Entwicklungsbedarf. Dabei geht es um die immer noch sehr begrenzte Anzahl an barrierefreien Plätzen, aber auch um eine verstärkte Fokussierung auf verschiedene Formen von Beeinträchtigungen, beispielsweise im Bereich des Sehens oder Hörens. Diese finden bislang aus unserer Sicht häufig unzureichend Berücksichtigung. Daneben ist der Zugang zu den Eintrittskarten genau für diese Gruppe sehr schwierig und kompliziert.
Zukünftig werden ganzheitliche Inklusionskonzepte im Sporttourismus unerlässlich sein. Diese umfassen nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch ergänzende Services, darunter barrierefreie Kommunikationsmittel, persönliche Assistenzangebote sowie digitale Lösungen zur Unterstützung individueller Bedürfnisse.
Andreas Engels, Geschäftsführer, Absolut Sport
Gstaad Saanenland Tourismus
Fortschritte im Bereich der lokalen Mobilität
Gstaad Saanenland Tourismus verfolgt das kontinuierliche Ziel, unsere Infrastrukturen und spezifischen Angebote gezielt weiterzuentwickeln, um auch einen möglichst inklusiven Tourismus zu fördern. Dieses Vorhaben kann aber ausschließlich durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Dienstleistern und den Gemeinden gelingen. Uns ist bewusst, dass weiterhin Optimierungsbedarf besteht und noch bestehende Barrieren abgebaut werden müssen. Besonders hervorzuheben sind die Fortschritte im Bereich der lokalen Mobilität – PostAuto, Montreux-Oberland-Bahnen (MOB) sowie die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) tragen hierzu maßgeblich bei.

Gstaad Saanenland Tourismus 2
Unsere zentrale Aufgabe sehen wir darin, barrierefreie Angebote auf unserer Webseite möglichst transparent und benutzerfreundlich darzustellen (siehe Barrierenfrei aktiv | Ferienregion Gstaad). Dazu differenzieren wir zwischen Unterkünften, Gastronomie, Aktivitäten, Mobilität und spezifischen Serviceleistungen.
Für die Zukunft streben wir an, Inklusion als selbstverständlichen Bestandteil unseres Handelns zu etablieren. Unterstützend dazu initiieren wir Sensibilisierungskampagnen für Einheimische und Leistungspartner. Die Vernetzung verschiedenster Anbieter im barrierefreien Tourismus stellt einen weiteren Schritt dar, um umfassende und aktuelle Informationen bereitzustellen und diese gezielt an Gäste und Einheimische zugänglich zu machen.
Patrick Bauer, Leiter Destinationsentwicklung & Nachhaltigkeit, Gstaad Saanenland Tourismus

RX Deutschland
Umfassender Leitfaden für inklusive Veranstaltungen
Bei RX ist Inklusion ein Grundpfeiler unserer internen und externen Kultur. Im Jahr 2021 wurde mit Ray Rhodes ein Head of Inclusion and Diversity ernannt, um unsere Inklusionsstrategie bis 2025 und darüber hinaus voranzutreiben. Wir haben eine Community von über 200 Freiwilligen weltweit aufgebaut, die sich in verschiedenen Inklusionsausschüssen und Employe Ressource Groups (ERG) engagieren, die gemeinsam in neunzehn Ländern tätig sind.
Die Erwartungen unserer Kunden motivieren uns, bei jeder Veranstaltung barrierefreie und einladende Erlebnisse zu schaffen. RX hat durch die Entwicklung eines umfassenden Leitfadens für inklusive Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Partnern, um sicherzustellen, dass jede Veranstaltung hohen Inklusionsstandards entspricht, Maßstäbe in der Branche gesetzt. Da Millennials und die Generation Z bis 2030 die Mehrheit der weltweiten Arbeitskräfte ausmachen werden, ist unser Engagement für den Ausbau und die Verfeinerung unserer Inklusionsmaßnahmen stärker denn je. Wir sammeln kontinuierlich Erkenntnisse durch Umfragen und Kundenfeedback, um sicherzustellen, dass sich unsere Praktiken weiterentwickeln, um neuen Anforderungen gerecht zu werden, und um unseren Ruf als führendes Unternehmen im Veranstaltungssektor weiter zu stärken.
Michael Köhler, Geschäftsführer, RX Deutschland (FIBO)

Salto
Kreative Freiheit für alle
Inklusion ist für uns bei Salto kein separates Thema – sie ist integraler Bestandteil unserer Vision von Bewegung, Begegnung und Erlebnis. Bereits heute arbeiten wir mit inklusiven Künstler:innen, darunter ein beeindruckendes Tanzduo bestehend aus zwei Paraplegikern, die nicht nur performen, sondern am Ende der Show sogar fliegen. Damit schaffen wir emotionale Bilder, die Barrieren nicht nur räumlich, sondern auch in den Köpfen überwinden.
Infrastrukturseitig setzen wir auf rollstuhlgängige Bühnenzugänge, barrierefreie Kommunikation und inklusive Publikumsperspektiven. Von Sponsoren und Öffentlichkeit wird zunehmend erwartet, dass Inklusion nicht nur mitgedacht, sondern aktiv gestaltet wird – wir sehen dies als Chance, neue Narrative zu schaffen.
Langfristig wird Inklusion ein selbstverständlicher Teil jedes Eventkonzepts sein. Für uns bedeutet das: kreative Freiheit für alle – auf und vor der Bühne. Wir glauben, dass Veranstaltungen, die echte Teilhabe ermöglichen, emotionaler, relevanter und zukunftsfähiger sind.
Anja Walder, CEO, Salto Entertainment

Gstettner
Entscheidend ist eine exzellente Kommunikation
Inklusion ist längst auch im Tourismus ein zentrales Thema. Es gibt bereits spezialisierte Hotels und Regionen, die zertifizierte und normgerechte Angebote für barrierefreien Urlaub schaffen – wie etwa der Naturpark Kaunergrat. Andere Regionen bieten Angebote, die annähernd barrierefrei sind. Beides ist legitim, denn höher gelegene Seitentäler mit steilen Wanderwegen eignen sich naturgemäß weniger für barrierefreie Urlaubsformen. Hinzu kommt, dass die Art der Mobilitätseinschränkung sehr unterschiedlich ist: Beim Europacup der Behindertensportler zeigen Rollstuhlfahrer etwa so viel Geschick, dass einzelne Stufen keine Barriere darstellen – für andere Gäste wären sie es sehr wohl.
Aus meiner Erfahrung in der Event- und Destinationsentwicklung ist klar: Entscheidend ist eine exzellente Kommunikation. Nur durch klare, ehrliche und detaillierte Informationen über Infrastruktur, Zugänglichkeit und Rahmenbedingungen können Gäste selbst einschätzen, ob das Angebot zu ihren Bedürfnissen passt. So wird Barrierefreiheit im Sport-Tourismus nicht nur zur Pflicht, sondern auch zu einer großen Chance für Destinationen und Veranstalter.
Gerhard Gstettner, Inhaber und Geschäftsführer, Gstettner

Serfauss Fis Ladis
Barrierefreier Tourismus: Von der Kür zur Pflicht
Barrierefreiheit entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Qualitätsmerkmal im Sporttourismus. Immer mehr Gäste, aber auch Verbände und Sponsoren erwarten, dass Inklusion nicht nur als Zusatzangebot verstanden wird, sondern als selbstverständlicher Standard in Infrastruktur, Kommunikation und Service.
Bereits heute gibt es in vielen alpinen Regionen Angebote wie barrierefreie Bergbahnen, rollstuhlgerechte Wanderwege oder Hotels mit geprüfter Zugänglichkeit. Auch Serfaus-Fiss-Ladis hat in den letzten Jahren daran gearbeitet, Gästen mit besonderen Bedürfnissen ein aktives Sport- und Naturerlebnis zu ermöglichen – gleichzeitig sehen wir aber in unserer Region weiteren Handlungsbedarf.
In Zukunft wird Barrierefreiheit ein entscheidendes Qualitätsmerkmal und Pflicht zugleich sein. Destinationen, die hier frühzeitig investieren, sichern sich langfristig Vertrauen und Attraktivität. Wir sehen es als unsere Aufgabe, dieses Thema aktiv mitzugestalten und hoffen, unsere Sport- und Naturerlebnisse für ALLE Gäste zugänglich machen zu können.
