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19.01.2021 // Gabriele Griessenböck

Rad- & Wander-Community mit 16 Millionen Mitgliedern

Über 16 Millionen Nutzer haben sich mittlerweile bei komoot registriert. Die App bietet Routen und Navigation für Radfahrer, E-Biker und Wanderer. Das Wachstum der Neuanmeldungen liegt bei +170% Prozent. Iris Wermescher, Business Development Director Travel bei komoot, spricht über Corona als Multiplikator, Abenteuer für Jedermann und wie Tourismusregionen diesen Schatz nützen können.  

Iris Wermescher, komoot, spricht im Interview über die Funktionen, Betreibung und Nutzung der eigenen App.

Über 16 Millionen Nutzer haben sich mittlerweile bei komoot registriert. Die App bietet Routen und Navigation für Radfahrer, E-Biker und Wanderer. Das Wachstum der Neuanmeldungen liegt bei +170% Prozent. Iris Wermescher, Business Development Director Travel bei komoot, spricht über Corona als Multiplikator, Abenteuer für Jedermann und wie Tourismusregionen diesen Schatz nützen können.  

Komoot geht als einer der wenigen Gewinner aus der Krise hervor. Wie erklären Sie diesen Wachstumsschub?  

Iris: Komoot wurde 2010 gegründet und wir konnten uns bereits vor der Krise über außerordentliche Wachstumsraten freuen. Bereits Anfang 2020 haben wir über 9 Millionen registrierte User gezählt, die hauptsächlich auf organisches Wachstum zurückzuführen sind. Diese immens hohen User und Wachstum-Zahlen mögen vielleicht einige überraschen, da komoot seinen Entwicklungs-Fokus auf den User in den Vordergrund stellt und so über die Beliebtheit beim Endverbraucher stark organisch gewachsen ist. Ich denke die Corona-Krise war eine Art Multiplikator für uns, denn noch nie war der Wunsch so groß, raus in die Natur zu gehen um neue Abenteuer zu erleben. Und das am besten auf unbekannten Wegen und mit Vorschlägen direkt vor der Haustüre. Das ist dann auch immer für den Tourismus wichtig, weil deshalb die Nutzer regelmäßig komoot verwenden und das nicht nur im Urlaub. Unsere Internationalisierungs-Offensive der letzten 2 Jahre hat sich deshalb in 2020 auch doppelt bezahlt gemacht und beschert uns nicht nur in unseren DACH-Kernmärkten ein immenses User-Wachstum. 

Wie funktioniert Komoot? 

Iris: Komoot’s Mission ist es, Abenteuer für jeden zugänglich zu machen. Wir möchten, dass jeder die Freiheit erlebt, Neues zu entdecken, egal ob er/sie topographische Karten lesen kann oder mit komplizierten Navigationsgeräten hantieren kann. Die Liebe zur Natur liegt in unserer DNA und wir möchten sie für alle zugänglich machen. Daher haben wir detaillierte Karten für Outdoor-Erlebnisse entwickelt, welche die Routenplanung kinderleicht machen. Als digitale Plattform bieten wir Inspiration und unsere User können somit ihr nächstes Abenteuer finden, mit komoot erleben und danach mit einer gleichgesinnten Community teilen. Dies ermöglichen wir für unsere User dort, wo sie tatsächlich leben. Für die User bieten wir ein Freemium-Modell an, sprich der Content bei komoot ist kostenfrei nutzbar und unsere User kaufen sich nach Bedarf Offline-Kartenmaterial (komoot maps). Seit 2019 bieten wir für alle die weiter gehen wollen, eine Reihe an speziell entwickelten Features in unserem Abo Modell (komoot premium) wie z.B. ein Mehrtages-Routenplaner oder eine umfassende Versicherung die speziell für Outdoor-Sportarten entwickelt wurde.

Mit über 16 Mio. Nutzern ist Komoot die größte Wander- & Rad-Community. Welche „Sprache“ spricht die Community, welcher Content ist relevant? 

Iris:  Unser Fokus liegt darauf, den Nutzern jede Woche neue Tourenvorschläge direkt vor ihrer Haustüre zu geben. Dieser Content muss authentisch sein und dem User egal wo er sich gerade befindet, Inspiration für die nächsten Abenteuer geben. Egal ob es die eigene Haustüre zuhause oder im kommenden Urlaub ist. Relevanter Content ist jener, welcher authentisch rüber kommt. Daher liegt unser Fokus darin, lokale Experten vor Ort mit einzubeziehen. Als lokaler Anbieter und Stakeholder kann ich heute schon sehr leicht und kostenfrei mein Angebot über Collections bei komoot darstellen. Wenn der Tipp vom lokalen Wanderguide vor Ort kommt, ist er meist glaubwürdiger als wenn er vom offiziellen Tourismus-Account kommt. Warum nicht den bekannten Botschafter oder Experten vor Ort ins Rampenlicht stellen und von seinen Erlebnissen vor Ort in Form von Text, Bild und Video erzählen lassen? 

Wie können Destinationen die Community für sich nutzen? 

Iris: Seit 2016 arbeiten wir erfolgreich mit touristischen Partnern auf den verschiedensten Ebenen zusammen wie z.B. Schweiz Tourismus, Franken Tourismus, Saalfelden-Leogang aber auch Hotel-Vereinigungen wie den Bike Hotels. Speziell in den letzten 2 Jahren haben wir außerdem den Kundenkreis auf Player in der Outdoor-Industrie erweitert und haben hier einige wegweisende Kooperationen mit z.B. Adidas, Bosch oder Shimano auf die Beine gestellt. Die Zielsetzungen sind hier sehr vielfältig. In der Tourismusbranche geht es einerseits meist darum, Reichweite für das eigene Produkt gezielt auszuspielen um neue Gäste zu gewinnen, als auch lokale Stakeholder authentisch auf der Plattform zu positionieren. Ein weiteres Thema ist häufig auch mit Hilfe von komoot Besucherlenkung zu betreiben (da hier die größte Outdoor-Community aktiv ist). Speziell beim Thema Besucherlenkung schlummert noch immens viel ungenutztes Potential. Unser Ziel ist es, das Angebot wo sich die Leute tatsächlich bewegen sollen, auf komoot im Partner-Account und mit Hilfe von Collections darzustellen, wie es z.B. der Nationalpark Schwarzwald mit uns macht. Außerdem wollen wir unsere Nutzer bestmöglich über lokale Möglichkeiten, Gebote und Verbote informieren (hier spielt Open Street Maps eine große Rolle), denn nichts ist schlechter für eine Plattform, als dass Vorschläge gemacht werden bei denen unsere User dann nicht mehr weiter kommen. Das vorhandene ausgearbeitete Angebot muss für den User da sein, wo die 16 Millionen suchen - bei komoot. Die bei weitem meisten User wollen sich an lokale Verbote halten, insbesondere wenn es um  den Naturschutz geht. Informationen, wie Einschränkungen der Nutzung und Verbote werden am besten bei OSM eingetragen. Dann erreichen die Informationen die meisten Leute, unabhängig davon, welche App sie nutzen (denn OSM ist global kostenfrei für Kartenanbieter verfügbar) und sie können das Angebot nutzen und sich an Gebote halten.

Neues Jahr, neue Kooperationen. Komoot gibt’s bald auch ohne Handy?

Iris: Good News: das gibt es schon! Ob Cannondale oder Cube, ob Scott, Canyon oder Ghost: welches E-Bike unsere User fahren ist relativ egal. Unsere neueste  Integration haben wir mit Bosch für den Nyon- und Kiox- Bordcomputer gebaut. Somit können unsere User nun auch die Turn-by-Turn-Navigation auf deren Bosch-E-Bikes genießen. Und wir haben natürlich auch eine Lösung für unsere User mit Yamaha E-Bikes, Specialized, Cobi oder Flyer. Wir haben nicht nur schlaue E-Bike Integrationen, sondern unsere User können auch auf ihren Lieblings-GPS-Geräten komoot nutzen: sei es das Garmin, Wahoo oder Sigma - die beste Outdoor-Navigation fürs Radfahren, Mountainbiken, Wandern und Laufen ist auch hier verfügbar. Ach ja: und wer denkt wir haben die Smartwatches vergessen: dem ist nicht so. Komoot ist für eine große Auswahl an Geräten verfügbar, damit alle Abenteuer aus dem Handgelenk aufgezeichnet werden können. Sei es Garmin, Polar, Samsung oder die Apple Watch. Komoot ist weltweit bei Technologie Partnern ein wichtiger Partner ihres User Erlebnisses. 

Was ist Ihr nächstes Ziel?

Iris: Uns geht es darum, so vielen Menschen wie möglich Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen. Nichts hält uns fitter, schafft eine bessere Entspannung und Verständnis für die Natur. Es geht vorrangig weiterhin darum, unseren Usern das beste Produkt zu bieten und wir werden daher weiterhin die meisten Investitionen ins Produkt stecken um hier auch weiterhin die besten User-Rezensionen im Google und Apple Store zu bekommen. Außerdem werden wir weiterhin die Internationalisierung vorantreiben. Hier gibt es noch einige spannende Märkte in denen komoot (noch) nicht so präsent ist. 

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