

18.03.2025
Trailrunning-Tourismus: Wer mitreden will, muss mitlaufen?
Trailrunner haben spezielle Ansprüche an Routen, Landschaft und Community. Gerhard Gstettner gibt Auskunft, wie Destinationen das Potenzial der Sportart richtig nutzen und warum Praxiserfahrung unerlässlich ist.
Was einst als Extremsport für eine kleine Gruppe begeisterter Bergläufer galt, ist heute ein wichtiger Trend im Outdoor-Tourismus. Immer mehr Destinationen setzen auf die Dynamik der Szene, doch ein erfolgreiches Trailrunning-Angebot erfordert mehr als nur markierte Wege. Was macht eine Region attraktiv für Läufer? Welche Faktoren entscheiden über langfristigen Erfolg? Und warum ist Praxiswissen hier so entscheidend?
Die Kunst der Streckenführung
Trailrunner sind keine Wanderer. Sie suchen den Flow, die Abwechslung zwischen technischen Passagen und laufbaren Strecken. Sie wollen das Naturerlebnis und eine Herausforderung zugleich. „Es reicht nicht, bestehende Wanderwege einfach umzuwidmen“, erklärt Gerhard Gstettner, Experte für alpine Produktentwicklung. „Die richtige Balance aus Höhenmetern, Distanz und Bodenbeschaffenheit ist essenziell.“ Besonders wichtig seien markante Aussichtspunkte mit Panoramablick und abwechslungsreiche Untergründe. Der Lauf soll ein einzigartiges Erlebnis in der Natur sein.
Tourismusentwicklung braucht lokale Akzeptanz
Ein Trailrunning-Angebot funktioniert nur, wenn es in der Region verwurzelt ist. Hüttenwirte, Bergführer, lokale Sportvereine – sie alle müssen mitziehen. „Die besten Trails bringen nichts, wenn die Bevölkerung nicht hinter dem Projekt steht“, sagt Gstettner. Wer frühzeitig Tourismusakteure einbindet, schafft nicht nur authentische Routen, sondern auch eine nachhaltige Basis für das Produkt. Ein funktionierendes Netzwerk sorgt für Glaubwürdigkeit und langfristige Begeisterung.
Echte Erlebnisse schaffen statt Marketing-Hype
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die richtige Kommunikation. Trailrunner sind eine eingeschworene Gemeinschaft mit klaren Werten: Naturverbundenheit, Respekt und Authentizität. „Plakative Werbeslogans funktionieren hier nicht“, betont Gstettner. Stattdessen geht es darum, echte Geschichten zu erzählen. Regionale Botschafter, ehrliche Erfahrungsberichte und eine transparente Kommunikation sind entscheidend, um als Trailrunning-Destination ernst genommen zu werden.
Praxis schlägt Theorie
Gstettner weiss, wovon er spricht. Seit über 17 Jahren arbeitet er an alpinen Tourismusprodukten, nicht am Schreibtisch, sondern direkt in den Bergen. Neben der Trailrunning-WM und seiner Tätigkeit im TVB Pitztal konzipierte er erfolgreiche Trailrunning-Angebote etwa in Seefeld, Warth-Schröcken und am Wilden Kaiser – immer mit Fokus auf eine nachhaltige Umsetzung. „Ich bin kein klassischer Berater“, sagt er. „Ich komme aus der Praxis. Nur wer die Bedürfnisse der Sportler wirklich kennt, kann Konzepte entwickeln, die Bestand haben.“
Trailrunning ist mehr als ein Trend – es ist eine Chance für den alpinen Tourismus. Wer sie nutzen will, muss verstehen, dass es dabei nicht nur um Wege geht, sondern um ein Gesamterlebnis. Und das beginnt mit Know-how und echtem Engagement vor Ort.
Kontakt
Gstettner
Gerhard Gstettner (Inhaber und Geschäftsführer)
E-Mail: office@gstettner.tirol
Web: gstettner.tirol

